Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen

Die Parkinsonkrankheit und das mit ihr verbundene Nachlassen der motorischen und geistigen Fähigkeiten sind eine der großen Herausforderungen für unsere Gesellschaft: Experten schätzen, dass sich die Zahl der weltweit Erkrankten bis 2040 verdoppeln oder gar verdreifachen kann. Allein in Deutschland gibt es heute bereits rund 400.000 Patienten. Umso wichtiger sind Früherkennung, optimale Versorgung und intensive Erforschung von Ursachen und Therapien der nach der Alzheimer-Demenz zweithäufigsten neurodegenerativen Erkrankung. 


Bild: https://www.dpg-akbont-kongress-2019.de/

Mit dieser Aufgabe im Blick trafen sich Ärzte, Therapeuten und Pflegefachkräfte sowie klinische Wissenschaftler zum Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen ab dem 7. bis zum 9. März in Düsseldorf. Veranstalter war die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Botulinumtoxin e.V. (AkBoNT). 

Die Kongresspräsidenten Prof. Dr. Alfons Schnitzler und Prof. Dr. Dr. Harald Hefter, beide Düsseldorf, eröffneten den Kongress am Donnerstag mit dem Schlüsselthema "Kausaltherapien", also der Frage, wann erste Therapien zur Verfügung stehen, mit denen die Ursache der Parkinson-Krankheit behandelt werden kann. Hierfür konnten die Veranstalter zwei weltweit anerkannte Forschergrößen auf dem Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen gewinnen. 

Eröffnung durch Spitzenforscher Hardy (London) und Landwehrmeyer (Ulm) 

Professor Bernhard Landwehrmeyer, Universität Ulm, stellte erste Erfolge in der Bekämpfung des Zerfalls von Hirnzellen vor. Diese Ergebnisse sind deshalb so relevant, weil alle bisher verwendeten Medikamente ausschließlich Symptome linderten, nicht jedoch deren Ursachen behandelten. Tatsächlich konnte erstmals im Rahmen kleinerer Studien die Produktion des nervenzerstörenden Proteins bei Patienten mit Morbus Huntington - wie die Parkinson-Erkrankung eine neurodegenerative Krankheit mit Bewegungsstörungen - deutlich reduziert werden. Er bezeichnete diese Ergebnisse als Meilenstein in der Behandlung der Huntington-Krankheit. 

Prof. John A. Hardy,  University College of London, befasst sich seit Jahrzehnten mit den pathologischen Vorgängen im Gehirn - insbesondere in Bezug auf die Interaktion von Genen und Umweltbedingungen, die das Risiko neurodegenerativer Erkrankungen erhöhen. 

Hochkarätiges Programm zu Therapie und Forschung sowie zu interdisziplinärer Versorgung 

Im Mittelpunkt des umfangreichen Kongressprogramms und der Vorträge zahlreicher nationaler Experten standen die Parkinson-Erkrankung und andere neurologische Bewegungsstörungen: 

§ In der molekularen, strukturellen und funktionellen Bildgebung, die die krankhaften Veränderungen im Gehirn erfasst, verzeichnen Parkinson-Forscher signifikante Verbesserungen in Effizienz und Genauigkeit.
§ Die Behandlung mit Magnetresonanz-gesteuertem, hochfokussiertem Ultraschall (MRgFUS) von Forschern der Universitätsklinik Bonn ist eine viel versprechende Innovation bei der Therapie eines schweren, medikamentös nicht therapierbaren essenziellen Tremors.
§ Botulinumtoxin kann bei neuen Indikationen angewendet werden, beispielsweise bei Sialorrhö, also vermehrtem Speichelfluss. Neu entwickelte Toxine haben eine veränderte Wirkdauer und Wirksamkeit.

Weitere Schwerpunkte waren neue Aspekte der Biomarkerforschung, der Neurogenetik und der Tiefen Hirnstimulation bei Parkinson und Dystonien sowie der Erforschung von Therapieansätzen bei atypischen Parkinsonerkrankungen. 

Der Samstag war der multidisziplinären Versorgung gewidmet. Innerhalb eines eigenen Programmteils konnten sich Interessierte über Nachbardisziplinen und übergreifende Themen informieren. 

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/116714/4204018

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